Kommentierte Townes Diskografie / discography – die besten Tribute Alben

Fünf Tribute-Alben von Solo-Interpreten mit Material von Townes sind empfehlenswert:

Jonell Mosser, „Around Townes“, weil es das erste solche Projekt war.

Richard Dobson, Townes‘ Freund aus Texas, der heute in der Schweiz lebt, hat mit „Amigos“ ein tolles Album vorgelegt, das sich die Songs in sauberer Countrysprache zu eigen macht.

Der britische Songwriter Jinder brachte mit „Brother Flower. The Songs Of Townes Van Zandt“ ein hervorragendes Album mit stillen, durchdachten Versionen heraus.

Vor allem empfehlenswert ist aber Steve Earle, „Townes“, weil es durchweg gut hörbar ist, ohne zu viel zu wollen. Steve hat seinen Sohn Justin Townes getauft, da steckt also Herzblut drin. Steve Earle hat für „Townes“ den Grammy für das beste Contemporary Folk Album erhalten. Es enthält ausschließlich Coverversionen von Townes Van Zandt, im Doppelvinyl eine LP mit Band, eine Solo. Earle weiß offensichtlich, was er dem Altmeister zu verdanken hat. Es sind nicht nur die Songwriter- und Lebens-Schulen, durch die Earle bei Townes ging, nicht nur die Kreise, die sich durch die Nähe zum alten Helden erschlossen. Ich denke, vor allem hat Earles „coffee table“-Spruch mehr zu seiner eigenen Berühmtheit beigetragen als zu der von Townes.

Paul Flaata aus Norwegen, ehemals Sänger von Midnight Choir, konnte auf „Come Tomorrow. Songs Of Townes Van Zandt“ 2016 mit seiner tiefen Stimme und dunklen Arrangements überzeugen.

Dagegen fällt Jon Hogans „Every Now And Then: Songs Of Townes Van Zandt & Blaze Foley“ leicht ab.

Der israelische Liedermacher David Broza hat ein Album herausgebracht, in dem er Gedichtfragmente aus dem Nachlass von Townes Van Zandt zu eigenen Songs verarbeitet hat. Um es vorwegzunehmen: ein grausam misslungenes Experiment. Bei aller Sympathie für Broza – selbst für Sammler, Experten und Freaks gilt: Man muss sich „Night Dawn – The Unpublished Poetry Of Townes Van Zandt“ nicht anhören. Das Album hat weder Humor, noch hat es Traurigkeit. Zu viel mittelmäßiges Handwerk, zu wenig Fallhöhe. Versemmelt.

Von den Various Artists Tribute-Alben mit Townes-Coverversionen sind dagegen nur zwei empfehlenswert:

„Poet“, weil es zwar harmlose, aber doch sympathische Versionen von Townes-Kumpeln enthält.

„Introducing Townes Van Zandt Via The Great Unknown“, weil es gut überlegte, gut produzierte alternative Indieversionen der Songs enthält, die den Originalen eine Vertiefung hinzufügen.

Die Fortsetzung „More Townes Van Zant By The Great Unknown“ verwertet schon nur mehr Reste.

„There’s a hole in heaven where some sin slips through“ ist hingegen Mist, weil es hingeschluderte, nichtssagende Versionen enthält, die den Songs ihren Kern entziehen.

Ähnliches gilt für „Riding The Range – The Songs Of Townes Van Zandt“, etwas besser, aber kein Muss im Schrank.

Und auch das Spannung verheißende Projekt „Songs Of Townes Van Zandt“ von June Neurot Recordings, in dem Sänger von Metal-Bands den Songs neues Leben einhauchen sollen, ist in Vol. 1 und Vol. 2 an Mutlosigkeit gescheitert.

Liebevolle lokale Projekte sind dagegen „Days Full Of Rain. A Portland Tribute to Townes Van Zandt“ und „Lowlands and Friends Play Townes Van Zandt’s Last Set“. Letzteres ist ein Livealbum, in dem 2016 Musiker aus Italien mit einigen Gästen das letzte Konzert von Townes nachspielen.

Ich habe fast alle diese Townes Van Zandt Tribute Alben in einer Spotify Playlist zusammengestellt. Viel Spaß beim Reinhören!
Townes Van Zandt Tribute Alben Spotify Playlist