Plädoyer für ein wildes, freies Leben

in: Weltexpresso.de, 02.11.2016

„Wir haben das Buch erst zur Hälfte durch, aber der Kopf raucht, die Füsse tanzen und das Herz sehnt sich zu einem fernen Liebsten. Das schafft nicht jeder Erzähler heute. Empfehlung!“

Geschichten eines Sprachspielers

in: Mühldorfer Anzeiger, 05.11.2016

„So beweglich, so sprunghaft wie seine Lebensgeschichte ist Wimmers Erzählweise im Buch. Mit ihren Ich-Botschaften, der Selbstdarstellung, den unzähligen Verknüpfungen und assoziativen Verbindungen, dem scheinbar unbegrenzten Wissens- und Erfahrungsschatz nimmt er die Struktur des Internets auf, von Facebook, Twitter, Google und Wikipedia. Er schafft Netzwerke, verbindet Gedanken und Fundstücke, die er über Jahre gesammelt hat. ‚Ich bin der neue Hilmar‘ ist witzig und unterhaltsam. Wer kein Interesse am beherrschenden Thema Musik hat, findet Literatur; wem die wurscht ist, kann sich lokalen Erinnerungen, den Medien, der Gesellschaft oder dem Alkohol zuwenden. Das Buch ist anregend, es plädiert wie sein Autor für ‚Kunst, Liebe, Schönheit und Heimat‘.“

Abschaffer der alten Säcke

in: Frankfurter Rundschau, 05.11.2016

„Kaum bekannt ist, jedenfalls in Frankfurt, dass Wimmer in Wahrheit ein Rebell ist, ein Outlaw, ein Tramp, ein lachender Vagabund. DJ Borderlord ist ein exzellenter Kenner der Rock-, Blues- und Countrymusik. Sein Buch ist ein Parforceritt durch die Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Und natürlich geht es um die Liebe, auch enttäuschte und vergebliche. Da steht der Liebhaber verbittert im Flur, ‚zwei Finger noch nass von dir‘.“


Zwischen Trauer und Hoffnung – Meine Lektüre nach der US-Wahl

in: zwo43.wordpress.com, 21.11.2016

 „Die US-Wahlen bewegen die Diskussion. So vieles ist schon analysiert und geschrieben worden. Was noch ergänzen, zumal aus kulturpolitischer Sicht? Da landet im Briefkasten ein Buch… Und der Autor? Wer ist dieser Mann, der von sich ironisch behauptet, der Nachfolger von Hilmar Hoffmann zu sein, dem Säulenheiligen der bundesrepublikanischen Kulturpolitik in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts? Townes van Zandt war manisch-depressiv und Hilmar Hoffmanns Anspruch einer „Kultur für alle“ wird bis heute kontrovers diskutiert. Sich zwischen diesen beiden behaupten zu wollen, ist ein mutiger Anspruch. Martin Wimmer hat es gewagt und gewonnen. Wimmer ist ein Kulturmensch par excellence, der in diesem Buch seinen Alltag, seine Visionen, Dichtung und Wahrheit in eins bringt. Da ist kein festgelegtes Genre. Das Buch ist Poesie, Plädoyer, Politik und Promenade. Poesie, weil es spielerisch mit der Sprache variiert; Plädoyer und Politik, weil es dem Anspruch verpflichtet ist, Kultur lebendig werden zu lassen und Promenade, weil der Autor mit Schmuck nicht geizt, wenn er sich zwischen Mühldorf, Galveston und Frankfurt bewegt, in einer Eleganz, die staunen lässt. Da schreibt jemand von sich und nicht über sich. Das Ergebnis ist weder narzisstisch noch egozentrisch, sondern lädt ein, es ihm gleich zu tun und sich in die Kunst hineinzubegeben, zu schreiben, zu singen, zu spielen und vor allem, zu lieben: die Menschen, das Leben, das Schöne – und manchmal auch die Verzweiflung. Das Buch ist intellektuell vergnüglich zu lesen und bietet jede Menge Erkenntnisse. Vor allem aber geht es darum zu erleben, wie Wimmer an anderer Stelle und mit anderem Bezug schreibt, wie in einem literarischen Verfahren aus den drei biographischen Formungskräften Politik, Musik und Liebe in einer Mischung aus erinnerter Halbwahrheit, freier Erfindung und assoziativer Recherche ein kommunikativer Akt entsteht.“